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Mehr Wohnraum schaffen
Der Paulusanger von oben. Foto: Marco Stepniak

Mehr Wohnraum schaffen

Lesedauer: ca. 5 Min. | Text: Sandrine Seth

Immer mehr Menschen zieht es ins Vest und nach Recklinghausen. Neue Wohngebiete sind im Bau oder geplant.

Klar: Das Thema Wohnen geht alle an. Diejenigen, die sich verändern wollen, genauso wie jene, die mit ihrer Wohnung, ihrem Haus zufrieden sind und es bleiben wollen. Zumindest für eine Weile – denn Wohnbedürfnisse ändern sich ständig: Wenn Kinder dazukommen oder ausziehen, Ansprüche und Budget steigen oder Miete und Nebenkosten wieder mal anziehen und die eigene Immobilie sinnvoll wird. Wenn der Job einen Ortswechsel fordert oder die Liebe den Umzug motiviert. Wenn das reifere Alter es nahelegt, über mehr Komfort und Barrierefreiheit nachzudenken oder endlich die erste eigene Bude in einer WG ansteht: Immer kommt Bewegung ins Thema Immobilie. Statistisch ziehen Deutsche im Leben 4,5-mal um. Doch dieser Schritt wird schwieriger, weil Mietwohnungen, Baugrundstücke und Immobilien knapper werden: In allen Marktsegmenten sind die „Preise auf Rekordniveau“, berichtet der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Recklinghausen. Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise bei Eigentumswohnungen und Häusern in Recklinghausen sind laut „Immowelt“ allein seit 2017 um knapp 50 % gestiegen. Insgesamt gehört das Vest zu den Regionen in NRW, die als Wohngebiete von Corona profitieren: „Raus aus der Großstadt gewinnt momentan wieder an Attraktivität“, so die Gutachter.

„Als attraktives, urbanes und wirtschaftliches Zentrum wächst Recklinghausen weiter“, so Bürgermeister Christoph Tesche. Die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt veranlasste die Stadt bereits vor einigen Jahren, ein Handlungskonzept „Wohnen“ zu erarbeiten und zu beschließen, um den Herausforderungen der wachsenden Stadt und der damit steigenden Nachfrage nach Wohnraum begegnen zu können. Sicher das wichtigste Projekt: Mit der Entwicklung der Flächen des ehemaligen Berufskollegs an der Kemnastraße hat die Stadt Recklinghausen Platz für über 200 citynahe Wohneinheiten im Eigentums- sowie Mietsegment geschaffen. Weitere aktuelle Projekte entstehen am Johannes- Kampmeyer-Weg in Suderwich und an der Ebbinghäuser Straße in Stuckenbusch, wo Miet- und Eigentumswohnungen die Lücke zwischen vorhandener Bebauung und Marktplatz schließen werden. Ab 2022 werden Grundstücke in Essel und im Nordviertel vermarktet. Und dann steht die größte Herausforderung an – das Mega-Projekt „Wohnen am Wasser“, bei dem in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre bis zu 1.000 neue Wohneinheiten auf dem Areal der ehemaligen Trabrennbahn entstehen werden.

Stadtnah, familienfreundlich & barrierearm

Am südlichen Rand der Innenstadt liegt das zwei Hektar große Plangebiet Paulusanger  – ein Filetstück in idealer Lage: Über den Wall sind es nur wenige Schritte in die historische Altstadt; mit dem Pkw nur wenige Autominuten zur A43 oder A2. Das Baugebiet Paulusanger bietet hochwertigen Wohnraum für Familien, Singles und Paare, besonders auch für Seniorinnen und Senioren, die kurze Wege in die Stadt nutzen und trotzdem im Grünen leben möchten. Die Vermarktung der Grundstücke am Paulusanger ist abgeschlossen.

Urban und grün

Am Eingang des neuen urbanen Quartiers entsteht das Mehrgenerationenwohnprojekt „U51“ , das städtebaulich und architektonisch Zeichen setzen will: Die kommunale Wohnungsgesellschaft Recklinghausen (WG) baut am Paulusanger ein viergeschossiges Mehrfamilienhaus mit 51 Wohneinheiten, darunter auch 11 geförderte Wohnungen. Seinen Namen hat das Gebäude durch seine markante U-Form. Innerhalb des Gebäudekomplexes wird es einen geschützten Innen­bereich geben, der in Teilen als Garten genutzt werden kann. Und auch das Flachdach soll zu einer grünen Oase werden. Neben 44 Stellplätze in der Tiefgarage gibt es 51 sichere Abstellmöglichkeiten für Fahr­räder – der Paulusanger wird verkehrs­beruhigt geplant. Ende 2021 soll das Projekt fertiggestellt sein.

Dorfcharakter erweitern

Im Ortsteil Essel, im nordöstlichen Teil des Stadtgebiets, entsteht zukünftig ein neues Baugebiet. Dieses Areal soll den dörflichen Charakter der Umgebung aufnehmen und eine städte-bau­liche Ergänzung zur vorhandenen Wohnbebauung bewirken.

Esseler Straße wird zum Wohnparadies.

Die Anzahl der geplanten Gebäude soll daher so reduziert gehalten werden, dass eine lockere Bebauung mit großzügigen Grundstücks­zuschnitten entsteht. Nach derzeitigem Stand sind insgesamt 23 neue Wohneinheiten geplant, über­wiegend Ein- und Zweifamilienhäuser. Zurzeit läuft das Bebauungsplanverfahren.

Neubau „Im Romberg“

Im Norden Recklinghausens entsteht ein Baugebiet, das zwischen dem Nordfriedhof im Osten und der vorhandenen Wohnbebauung in der Straße „Im Romberg“ liegt und den Siedlungsbereich komplettiert. In diesem Bereich werden zurzeit die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um hier neue Wohngrundstücke anbieten zu können. Allerdings bezieht sich das aktuelle städtebauliche Konzept derzeit nur auf den nördlichen Bereich des Plangebiets.

Hier entstehen Ein- und Zweifamilienhäuser

Die südlich gelegenen Teilflächen, die sich in Privateigentum befinden, liegen zwar innerhalb des Bebauungsplanbereichs, sollen aber zunächst nicht entwickelt werden. Das städtebauliche Konzept sieht ca. 35 Grundstücke für den Ein- und Zweifamilienhausbau sowie weitere für den Geschosswohnungsbau vor. Die Vermarktung für die städtischen Grundstücke soll in der zweiten Hälfte 2022 starten. Aktuell hat die Stadt Recklinghausen noch keine konkreten Informationen zur Vermarktung der neuen Baugebiete, sie wird aber rechtzeitig informieren. Und mittelfristig ist viel in der Planung – allen voran das Großprojekt „Wohnen am Wasser“ auf dem Trabrennbahn-Areal, das dem gesamten Stadtteil Hillerheide neue Impulse geben wird.

3 Fragen an Uwe Hutta

| Foto: Sparkasse Vest Recklinghausen

Wie ist die Situation in Recklinghausen? Hat sich durch Corona die Situation noch einmal verändert/verschärft?
Auf dem Immobilienmarkt in Recklinghausen herrscht zurzeit ein überschaubares Angebot. Das führe ich auf die Unsicherheit in der Corona-Krise zurück. Wenige Immobilienbesitzer trauen sich gerade, ihr Eigentum zu verkaufen. Auf der anderen Seite steigt die Nach­frage massiv an. Aufgrund der privaten und beruflichen Einschränkungen durch das Coronavirus wird Wohnen, Arbeiten und Leben in den eigenen vier Wänden immer wichtiger. Mit dem niedrigen Zinsniveau ist die Motivation besonders hoch. Es fehlt an Bestandsimmobilien und Baugrundstücken.

Was kann ich tun, wenn ich eine Immobilie oder ein Baugrundstück suche? Was raten Sie Immobiliensuchenden?
Das Immobiliencenter der Sparkasse Vest Recklinghausen berät ihre Kundinnen und Kunden gerne über ihre Möglichkeiten. Darüber hinaus unterstützen wir Kundinnen und Kunden mit ihren Vorstellungen, Wohnwünschen und Rahmenbedingungen durch Aufnahme in unsere Gesuche-Datei. Grundsätzlich rate ich den Immobiliensuchenden, ihre Suche im privaten und beruflichen Umfeld bekannt zu machen und zu kommunizieren. Auch eine Registrierung bei Online-Plattformen kann sinnvoll sein. Ebenfalls sollte mit der Hausbank das finanzielle Budget geklärt sein. So kann der aktiven Immobiliensuche nichts im Wege stehen.

Welche Prognose haben Sie für die zukünftige Entwicklung des lokalen Immobilienmarktes?
Wenn sich die aktuelle Situation entspannt, wird sich auch der Immobilienmarkt wieder stabilisieren. Die Nachfrage wird durch den anhaltenden Niedrigzins nicht rückläufig sein, aber das Angebot, sei es an Wohnungen oder Häusern, wird steigen. Wann das so weit sein wird, das vermag ich nicht zu mutmaßen.

Info Sparkasse Vest Recklinghausen
Immobilienberater Recklinghausen

Herzogswall 5
45657 Recklinghausen

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