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Pho real
Foto: Marco Stepniak

Pho real

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Vivien Baxmann

Klebreis, Kräuter, Fischsoße, Familie: Beim Tết-Fest bringt die vietnamesische Community ein Stück Heimat nach Recklinghausen. Für viele Vietnamesen ist das Neujahrsfest so wichtig wie bei uns Weihnachten.

Das kennt auch Van Khoa Nguyen. Er arbeitet bei der Stadt Recklinghausen. Mittags muss es bei ihm oft schnell gehen: kurz in die Stadt, Döner, Pommes oder Currywurst auf die Hand und zurück an den Schreibtisch. Praktisch, ja. Aber mit vietnamesischer Esskultur hat das wenig zu tun. „In Vietnam gibt es normalerweise drei warme Mahlzeiten am Tag“, erzählt er. Seine Großmutter hatte dafür eine einfache Regel: „Eine gute Mahlzeit besteht aus Gemüse, Fleisch und Fisch.“

Gegessen wird mit Familie und Freunden, es wird erzählt, gelacht, probiert, geteilt. In Vietnam geht Fürsorge durch den Magen. Statt „Wie geht es dir?“ fragt man: „Hast du schon gegessen?“ Eine scheinbar kleine Frage, in der ziemlich viel steckt: Wer isst, ist versorgt.
Zu den bekanntesten Gerichten gehört „Phở“, die aromatische Reisnudelsuppe, die längst auch in Deutschland viele Fans hat. Oder „Bún chả“: gegrilltes Schweinefleisch und kleine Hackbällchen mit Reisnudeln und Fischsoße.

Tết in Recklinghausen

Khoa lebt seit vielen Jahren in Deutschland. Als Kind war er oft in deutschen Familien zu Gast, hat viel kennengelernt, vieles übernommen. Doch sein Herz hängt an der Heimat: an Erinnerungen, Werten und Traditionen. Jeden Februar lebt diese Kultur beim vietnamesischen Neujahrs- beziehungsweise Tết-Fest im Bürgerhaus Süd auf. Dann duftet es nach vietnamesischen Spezialitäten.

Eine typische Speise ist „Bánh chưng“: ein quadratischer Klebreiskuchen mit Schweinefleisch und Mungbohnen, eingewickelt in Blätter. Dazu gibt es ein Bühnenprogramm mit Drachentanz, vietnamesischen Gewändern und Musik. Auch wenn Tết tief in der vietnamesischen Kultur verwurzelt ist, ist das Fest kein geschlossener Kreis. Willkommen sind alle, die neugierig sind, mitfeiern und mitessen möchten.
Die Resonanz ist groß. „Beim letzten Fest waren über tausend Menschen vor Ort“, erzählt Nguyen. Und er sagt noch etwas, das Recklinghausen durchaus mit Stolz hören darf: „Es ist ein Fest, das in keiner Großstadt so groß gefeiert wird wie hier.“

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